Die Landvogteischlösser dienten den Landvögten und ihren Familien sowohl als Amtssitz als auch als Residenz. Die Vögte erledigten in den einstigen Wohn- und Repräsentationsräumen von Freiherren und Grafen ihre täglichen Amtsgeschäfte und empfingen die zur Landvogtei gehörigen Einkünfte an Korn- und Geldzinsen.
Seit 1324 waren Landvögte auf Schloss Laupen die Vertreter des Alten Bern. In dieser langen und bewegten Geschichte der Laupener Landvögte gab es kleine Tyrannen, aber auch gütige Stedtli-Väter. Niklaus Gottlieb von Diesbach, der letzte Landvogt zu Laupen (1792– 1798), war weder noch. Sein Bild zeigt nicht gerade dasjenige eines mustergültigen Haushalters, sondern erzählt ungeschminkt die Sorgen und Nöte eines Vertreters der regierenden Schicht von damals.
Auf dem Rundgang durch das Stedtli und das Schloss erzählt er nebst historischen Fakten seine tragische Lebensgeschichte. Der Landvogt war Oberst eines Berner Regiments, gehörte zur Aristokratie des «Ancien Régime» – ein Mann von Adel, mit besten Aussichten auf Lebenserfolg und Reichtum. Wie kam es dazu, dass von Diesbach, bevor er Laupen verliess, sogar den Miststock vor dem Schloss veräusserte und bald danach den «Geldstag» anmelden musste? Dies und noch viel mehr erfahren Sie auf dem Rundgang mit dem letzten Landvogt zu Laupen.
Dauer: 60 bis 90 Minuten
Preise für Schulklassen: CHF 80.00-110.00
Führer: Andreas Witschi