Schloss Laupen:
Einblick in eine stürmische Geschichte
Im Laufe der Jahrhunderte war Schloss Laupen zahlreichen Gefechten und Belagerungen ausgesetzt. Heute gewährt die Burganlage einen interessanten Einblick in die Geschichte der Region.
In früheren Zeiten musste Schloss Laupen mehrmals dem Ansturm feindlicher Belagerungstruppen standhalten. Besonders dramatisch war die Lage im Sommer 1339. Laupen gehörte damals schon zu Bern. Das Städtchen und das Schloss wurden zwölf Tage lang von einem übermächtigen Ritterheer belagert. In der Entscheidungsschlacht besiegten die Berner und ihre eidgenössischen Verbündeten die adligen Mächte. Nach Auffassung der Historiker war die Belagerung Laupens und die nachfolgende Schlacht die bedrohlichste Situation in Berns Geschichte: Ohne Schloss Laupen gäbe es den Kanton Bern nicht!
Die Stärke der Festung Laupen beruht auf verschiedenen baulichen Aspekten: Auf Terrainveränderungen, dem Halsgraben als Trennung zum anschliessenden Berg sowie auf Befestigungen. Insbesondere die ellipsenförmige massive Ringmauer fällt ins Gewicht. Sie ist 2,5 bis 3 m dick und 10 bis 12 m hoch. Bis heute sind wichtige Teile davon als so genanntes Bossenquadermauerwerk in der ursprünglichen Höhe erhalten: Süd-, West- und Nordseite sind weitgehend intakt. Der einstige Turm und die Ostseite bestehen hingegen nur noch als Sockel.
An die Ringmauer angefügt ist ein Palas (mittelalterlicher Saalbau). Aus kunstgeschichtlicher Sicht stellt er den wertvollsten Teil der Anlage dar. Der wuchtige Rittersaal ist einer der am besten erhaltenen Burgsäle der Schweiz. Er wurde um 1315 erbaut und weist eine intakte Kaminanlage, eine mächtige Balkendecke, Sichtmauerwerk und drei spitzbogenförmige Doppelfenster auf. Über dem Rittersaal befindet sich das ehemalige Wohngeschoss, über das sich ein riesiges Walmdach aus dem Jahre 1395 spannt.
Vor dem Palas weitet sich der Schlosshof, ein wunderschöner, eindrücklicher Platz. Verschiedene Scharten und Zinnen erinnern an die einstige Wehrfunktion der Anlage. Auf der Nordseite des Schlosshofs liegt das Neue Schloss. Dieses wurde 1648 bis 1650 als landvögtliches Amts- und Wohnhaus errichtet. Es handelt sich um ein hübsches spätgotisches Bauwerk. Ein Treppenturm unter geschweifter Haube ist seitlich angebaut. Teile der Innenausstattung (Decken und Täfer) stammen noch aus der Zeit der Errichtung des Gebäudes.
Am westlichen Ende der Burganlage tritt der Käfigturm markant in Erscheinung. Er stammt aus dem 17. Jahrhundert. Einen Vorgängerbau gab es an dieser Stelle aber schon seit Jahrhunderten.
Quelle:
Amt für Grundstücke und Gebäude des Kantons Bern: Devestitionskonzept des Kantons Bern. 2007. |
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